News vom 04.05.06
0:3 gegen Mainz 05

Wolfsburg - Der VfL Wolfsburg hat am Mittwoch (03.05.06) eine bittere Niederlage im Kampf um den Klassenerhalt einstecken müssen. Das Team von Trainer Klaus Augenthaler verlor in der VOLKSWAGEN ARENA gegen Konkurrent 1. FSV Mainz 05 mit 0:3 (0:1).

Nach dem Gegentor von Michael Thurk lagen die Grün-Weißen früh im Rückstand (3.), bekamen dann auch noch einen regulären Treffer von Joker Mike Hanke (70.) aberkannt. Der eingewechselte Gäste-Stürmer Benjamin Auer sorgte in der Schlussphase mit zwei Toren (80., 85.) für den 0:3-Endstand.

Das erste Mal zog Wolfsburg vor eigener Kulisse gegen Mainz den Kürzeren. In der Tabelle tauschte der VfL mit den Rheinhessen nun die Plätze. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp belegt nach Beendigung ihrer Negativ-Serie von fünf sieglosen Spielen mit 34 Punkten den 14. Rang. Nachdem die Wölfe auch im fünften Heimspiel hintereinander nicht gewinnen konnten, beträgt der Vorsprung auf die Abstiegszone zwei Spieltage vor Saisonende nur noch zwei Zähler. Weil Frankfurt (jetzt 35 Punkte) und Kaiserslautern (31) am Abend im direkten Aufeinandertreffen zu einem 2:2-Unentschieden kamen, bleibt es im Abstiegskampf weiterhin spannend. Fest steht: Köln (am Dienstag 0:1 gegen den HSV) und Duisburg (3:5 gegen Bremen) sind definitiv abgestiegen, Bielefeld (trotz 1:3-Niederlage bei Schalke 04) gerettet.

Mike zunächst auf der Bank

Für den noch leicht angeschlagenen Mike Hanke (Kapseleinriss) brachte Klaus Augenthaler den Holländer Rick Hoogendorp. Weitere Veränderungen in der Startelf gab es gegenüber dem 1:0-Sieg der Wölfe in Bielefeld nicht. Pablo Thiam stand wegen einer Magen- und Darmentzündung nicht im Kader, die Argentinier Facundo Quiroga und Diego Klimowicz fehlten ein letztes Mal Rot-gesperrt. Nach dem 2:2 gegen Bayern München kompensierte Mainz-Trainer Jürgen Klopp den Ausfall des Gelb-gesperrten Milorad Pekovic durch die Hereinnahme von Mathias Abel. Christian Demirtas rückte dadurch von der Verteidigung ins rechte Mittelfeld, Christof Babatz nahm die Rolle vor der Abwehr ein.

Kalte Dusche für die Hausherren vor 23.885 Zuschauern in der VOLKSWAGEN ARENA: Bereits in der fünften Minute ging Mainz 05 mit dem ersten Torschuss in Führung. Marco Rose hatte den Ball nach vorne gespielt, Antonio da Silva ließ für Conor Casey durch, der passte schnell weiter zu Thurk. Der Mainzer Stürmer lief in den Strafraum und schoss an Jentzsch vorbei ins rechte Eck: 0:1 aus Wolfsburger Sicht. Der Schock des frühen Gegentreffers war den Wölfen in der Folgezeit anzumerken. Erst nach einigen Minuten fanden die Grün-Weißen wieder zurück ins Spiel und erkämpften sich ein leichtes Übergewicht im Mittelfeld. Doch im Spielaufbau unterliefen Augenthalers Schützlingen einfach zu viele Fehler, so dass sie kaum einmal gefährlich vors Tor kamen.

Schnoor mit der größten VfL-Chance in der ersten Halbzeit

Die Mainzer zogen sich in die eigene Hälfte zurück, überschritten nur bei Kontern die Mittellinie. Wie in der 17. Minute, als Christian Demirtas den Wolfsburger Schlussmann mit einem Dropkick aus 17 Metern halbrechter Position prüfte. Jentzsch hielt sicher. Nach knapp einer halben Stunde bekamen die VfL-Fans dann endlich eine gelungene Aktion ihrer Lieblinge geboten. Hoogendorp hatte eine weite Flanke auf Steve Marlet geschlagen. Der Franzose legte per Kopf zurück auf Marian Hristov, der heran gestürmt kam, aber beim Abschluss behindert wurde (28.). Das Spielgerät flog über das Mainzer Gehäuse.

Kurz darauf stand plötzlich Stefan Schnoor nach einer Ecke von der linken Seite frei am zweiten Pfosten. Leider traf der Abwehrchef den Ball nicht richtig und schoss links am Tor vorbei (29.). Nach einem Foul an da Silva sah dann Tom van der Leegte seine fünfte Gelbe Karte (31.). Der Holländer fehlt den Wölfen damit nächsten Samstag in Stuttgart. In der 34. Minute wurde es noch einmal brenzlig. Schnoor hatte eine Flanke von Mohamed Zidan abgefälscht. Der Ball flog quer durch den Strafraum Richtung Casey. Aber Jentzsch rettete im letzten Moment vor dem US-Boy. Mit 0:1 ging es in die Pause.

Mikes reguläres Tor wurde nicht gegeben

Zur zweiten Halbzeit blieb der inzwischen Gelb-Rot-gefährdete van der Leegte in der Kabine. Für ihn kam Hans Sarpei in die Partie. Die Wölfe agierten nun druckvoller und setzten erstmals auch spielerische Akzente. In der 53. Minute tankte sich Juan Menseguez durch und zog aus zwölf Metern mit links ab - leider genau in die Arme von Christian Wetklo. Kurz darauf spielte Sarpei einen klugen Pass in den Lauf von Hristov, der jedoch von seinem Gegenspieler Manuel Friedrich behindert wurde und so nur das Außennetz traf (58.). Eine Zeigerumdrehung später dann Marlet mit der Riesenchance: Nach einer Menseguez-Flanke hatte der Franzose am Fünfer-Eck freie Bahn, köpfte jedoch genau auf Wetklo. Die letzte Aktion des ehemaligen Nationalspielers, der danach von Mike ersetzt wurde (60.).

Noch einmal erhöhten die Gastgeber die Schlagzahl. Die Bälle wurden nun zielstrebiger in die Spitze gespielt, wo Mike seine Gegenspieler auf Trab hielt. Beinahe wäre der Wolfsburger Stürmer für seinen Einsatz belohnt worden. In der 70. Minute hatte er die Kugel nach einem Freistoß von Peter Van der Heyden über den Mainzer Keeper ins Tor gehoben. Doch der Unparteiische Dr. Franz-Xaver Wack erkannte den Treffer nicht an, weil er zuvor eine Abseitstellung gesehen haben wollte. Eine Fehlentscheidung. Denn Hoogendorp hatte den Freistoß mit dem Hinterkopf verlängert und damit eine neue Spielsituation eingeleitet.

Klassenerhalt ist aus eigener Kraft noch möglich

Das nicht gegebene, eigentlich reguläre Tor - der Knackpunkt der Partie! Wolfsburg wurde nun zunehmend fahriger im Spielaufbau. In der 80. Minute leitete ein unnötiger Ballverlust im Mittelfeld einen Konter der Gäste ein. Der eingewechselte Fabian Gerber zog auf und davon, passte an Jentzsch vorbei, der etwas übereilt aus seinem Tor gelaufen war, zum ebenfalls neu in die Partie gekommenen Auer. Der Mainzer Mittelstürmer brauchte nur noch einzuschieben - 0:2. Und es kam noch dicker. Fünf Minuten später schlug das Joker-Duo nämlich erneut zu. Wieder hatte Gerber für Auer aufgelegt, der den Wolfsburger Keeper aus zwölf Metern überwand - 0:3. Das war zugleich der Endstand.

Ein schwarzer Tag für den VfL, der damit aber noch nicht alles verloren hat. Augenthalers Kicker können den Klassenerhalt nach wie vor aus eigener Kraft schaffen, wenn sie nächsten Samstag (06.05.06, 15.30 Uhr) im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart und vor allem in der darauf folgenden Heimpartie gegen den direkten Kontrahenten 1. FC Kaiserslautern (13.05.06, 15.30 Uhr) punkten. Kommenden Freitag trainieren die Wölfe-Profis um 13.30 Uhr statt wie zunächst geplant um 10.00 Uhr. Anschließend erfolgt der Abflug Richtung Schwabenland.

Das Spiel im Stenogramm:

VfL Wolfsburg: Jentzsch - Alex (66. Makiadi), Franz, Schnoor, Van der Heyden - van der Leegte (46. Sarpei) - Karhan, Menseguez - Hristov - Marlet (60. Hanke), Hoogendorp 

FSV Mainz 05: Wetklo (83. Sela) - Abel, Friedrich, Noveski, Rose - Babatz - Demirtas (66. Gerber), da Silva - Thurk - Zidan (66. Auer), Casey

Tore: 0:1 Thurk (5.), 0:2 Auer (80.), 0:3 Auer (85.)

Zuschauer: 23.885

Schiedsrichter: Dr. Wack

Gelbe Karten: Hristov, van der Leegte (5. Gelbe Karte), Sarpei/Thurk

Gelb-Rote Karten: -/-

Rote Karten: -/-



<< Zurück