News vom 02.10.06
"Das war das erste Tor für mein Baby"

VfL-Stürmer Mike Hanke beendet Torflaute nach 877 Minuten – Freundin Jenny als Glücksbringer im Stadion

 

Es war die Szene des Spiels: Nach seinem 1:0-Siegtreffer gegen Bayern München schickte VfL-Stürmer Mike Hanke eine Liebeserklärung zu seiner Freundin Jenny (19) auf die Tribüne. Der Stürmer des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten imitierte eine Babyschaukel. "Das war das erste Tor für mein Baby", sagt Hanke.

Seine Freundin ist im vierten Monat schwanger. Wann das Kind geboren wird, will der 22-Jährige aber noch nicht verraten. "Das bleibt geheim." Das erste Mal war Jenny in dieser Saison im Stadion – als Glücksbringer. Nach 208 Tagen und 877 Minuten gelang dem Nationalspieler endlich wieder ein Tor in der Bundesliga. "Das war schon ein besonderes Glücksgefühl. Den Jubel habe ich mir aber ganz spontan einfallen lassen", berichtet Hanke.

Er habe nie daran gedacht, wie lange er nicht mehr ins Tor getroffen hat. "Das war mir nicht so bewusst. Trotzdem bin ich froh, dass der Knoten geplatzt ist. Für mich persönlich ist das sehr schön. Das gibt mir Selbstvertrauen für die nächsten Spiele."

Von seinem Einsatz erfuhr Hanke erst am Samstagmorgen. "Ich habe mich nicht gegen Rick Hoogendorp, sondern für Mike Hanke entschieden. Es war seine letzte Chance", macht Trainer Klaus Augenthaler deutlich, dass er mit den Leistungen des Stürmers zuletzt nicht einverstanden war. "Ich bin nicht mit mir zufrieden, weil ich zu viele Bälle verloren haben", zeigt sich Hanke trotz seines goldenen Tores selbstkritisch.

Der Treffer des Tages war schön herausgespielt. Nach Doppelpass mit Cedrick Makiadi tauchte Hanke frei vor Oliver Kahn auf. "Das war jeweils ein Kontakt. Dann habe ich geschaut, wo Olli steht und mich für die lange Ecke entschieden", erinnert sich Hanke.

Trotz der Befreiung nach dem ersten Saisonsieg verfällt Hanke nicht in Euphorie. "Der Erfolg ist zwar sehr schön, bringt aber auch nur drei Punkte. Wir werden jetzt nicht die ganze Woche feiern und Weißbier trinken", sagt Hanke, den nach einem Zusammenprall mit Jonathan Santana eine dicke Beule auf der Stirn zierte. Doch das störte ihn wenig. Tor, Freundin, Baby – die Glücksgefühle waren größer als die Schmerzen.



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