News vom 28.11.05
Enttäuschende Nullnummer

Am 14. Spieltag der Fußball-Bundesliga kam der VfL Wolfsburg gegen Arminia Bielefeld nicht über ein 0:0 hinaus. Eigentlich war Wiedergutmachung für die Pleite zuletzt in Bremen angesagt, doch die angekündigte Revanche blieb aus. Stattdessen erlebten die 13.996 Zuschauer ein schwaches Spiel. Erst in der Schlussviertelstunde besaßen die Wölfe Chancen auf den Siegtreffer, hatten selbst aber Glück, als der eingewechselte Christopher Lamprecht einen Schuss von Bielefelds Sibusiso Zuma auf der Linie klären konnte.

Die Grün-Weißen warten nun schon seit fünf Begegnungen auf einen "Dreier". Zwar blieben die Schützlinge von Trainer Holger Fach auch im siebten Heimspiel der Saison ungeschlagen, konnten vor eigenem Publikum aber auch erst zweimal gewinnen. Fünf Partien in der VOLKSWAGEN ARENA endeten unentschieden, der letzte Sieg (1:0 gegen Frankfurt) liegt schon über zwei Monate zurück. Trotz der Nullnummer verbesserte sich der VfL in der Tabelle um zwei Plätze und liegt nun auf Rang acht, da Leverkusen gegen Hamburg patzte (0:1). Allerdings reicht Stuttgart am Sonntag in Frankfurt bereits ein Unentschieden, um an den Wölfen vorbeizuziehen. Derweil warten die Gäste aus Bielefeld in Wolfsburg zwar weiterhin auf ihren ersten Torerfolg, konnten sich im fünften Anlauf aber zumindest über den ersten Punktgewinn an der Aller freuen.

Van der Heyden und Marlet von Beginn an

VfL-Coach Holger Fach ließ genau die elf Spieler auflaufen, die zuletzt in Bemen aufgehört hatten, änderte die Startformation also auf zwei Positionen. Für Bojan Neziri rückte Peter Van der Heyden links in der Viererabwehrkette. Im Angriff durfte diesmal Steve Marlet von Beginn an ran. Dafür musste Mike Hanke auf der Bank Platz nehmen. Bielefelds Trainer Thomas von Heesen vertraute der selben Elf, die am vergangenen Samstag gegen Bayern München unglücklich 1:2 verloren hatte.

Zunächst hatten die Hausherren mehr vom Spiel, ohne dabei jedoch zu Torchancen zu kommen. Nach einer halben Minute hätte es 18 Meter vor dem Tor der Arminia eigentlich Freistoß für den VfL geben müssen. Marcio Borges hatte Steve Marlet in aussichtsreicher Position unfair vom Ball getrennt. Schiedsrichter Peter Gagelmann ließ jedoch weiter spielen. In der Folge zog sich Bielefeld weit in die eigene Hälfte zurück, während Wolfsburg kein Mittel fand, die dicht gestaffelte Abwehrreihe des Gegners zu überwinden. Leider blieben die Gastgeber auch bei Standard-Situationen harmlos. Bezeichnend ein Freistoß von Levan Tskitishvili in der 22. Minute, den der Georgier aus rund 20 Metern gleich mehrere Meter neben das Bielefelder Tor setzte.

Erste Torchance nach über einer halben Stunde

Die Zuschauer in der VOLKSWAGEN ARENA mussten bis zur 33. Minute auf die erste echte Torchance warten - für die Gäste: Nach einer Ecke von links köpfte Borges knapp am rechten Pfosten vorbei. Kurz darauf waren die Wölfe erneut im Glück. Roberto Pinto, der gerade erst für den verletzten Marco Küntzel ins Spiel gekommen war, hatte halbrechts im Strafraum nach innen geflankt. Facundo Quiroga rutschte heran und blockte den Ball mit dem ausgestreckten Arm zur Ecke (34.). Der Elfmeter-Pfiff blieb aus, weil Gagelmann die Situation als unabsichtliches Handspiel wertete.

Ausgleichende Gerechtigkeit: Auf der anderen Seite sprang Borges bei einem Zweikampf mit Pablo Thiam der Ball an die Hand (42.). Auch hier gab der Unparteiische keinen Strafstoß. Eine Minute später hatte Isaac Boakye, der am Samstag seinen 24. Geburtstag feierte, die beste Möglichkeit in der ersten Halbzeit, als er in halbrechter Position im Strafraum frei zum Schuss kam. Der Ghanaer verfehlte den langen Pfosten um gut einen Meter. Torlos ging es in die Pause.

Jentzsch bewahrt Wölfe vor Rückstand

Auch nach dem Wechsel änderte sich wenig. Lamprecht war für den verletzten Miroslav Karhan gekommen, die Wölfe taten sich aber nach wie vor schwer im Spielaufbau. Von Heesens Elf agierte weiterhin clever in der Defensive und versuchte ihrerseits, zu Torchancen zu kommen. In der 49. Minute verfehlte Borges nach einem Freistoß von der rechten Seite mit einem Kopfball das Tor von Simon Jentzsch. In der 66. Minute flankte Bernd Korzynietz schulmäßig von rechts in den Strafraum. Am Elfmeterpunkt stieg der eingewechselte Radomir Dalovic am höchsten und bugsierte das Leder gefährlich ins linke obere Eck. Jentzsch machte sich ganz lang und lenkte den Ball mit einer Glanzparade gerade noch über die Latte.

Erst jetzt wurde die Partie etwas abwechslungsreicher. Fach setzte auf Offensive und brachte Mike für Thiam als dritten Stürmer (69.). Kurz vor Schluss durfte auch noch Abuda für den glücklosen Juan Menseguez ran (84.). Und nun kamen endlich auch die Gastgeber zu einigen Möglichkeiten: Nach einem langen Abschlag von Jentzsch hatte Klimowicz mit dem Kopf verlängert. Der Ball landete bei Marlet. Leider wurde der Franzose beim Abschluss aus kurzer Distanz gestört, so dass er den Ball weit übers Tor setzte (78.). Im Gegenzug hatte Zuma den Führungstreffer für die Arminia auf dem Fuß, Lamprecht kratzte den etwas verunglückten Schuss aus kurzer Distanz gerade noch von der Linie (79.).

Zu spät aufgewacht

Pinto hatte gesehen, wie's geht, und rettete zwei Minuten später nach einem Kopfball von Marlet ebenfalls auf der Linie für seinen bereits geschlagenen Keeper Mathias Hein (81.). Mehr passierte nicht. 75 Minuten lang war den Wölfen nicht eingefallen, wie sie die kompakte Abwehr der Gäste hätten knacken können. Erst in der letzten Viertelstunde - reichlich spät also - versuchten sie es mit langen und hohen Bällen, was sofort für mehr Gefahr vor dem Tor der Arminia sorgte.

Nächsten Sonntag (04.12.05, Anpfiff 17.30 Uhr) tritt der VfL beim 1. FSV Mainz 05 an. In der Bundesliga trafen beide Teams bislang zweimal aufeinander. Beide Male gingen die Grün-Weißen als Sieger vom Platz. Aller guten Dinge sind hoffentlich immer noch drei...

Das Spiel im Stenogramm:

VfL Wolfsburg:  Jentzsch - Sarpei, Franz, Quiroga, Van der Heyden - Thiam (69. Hanke) - Karhan (46. Lamprecht), Tskitishvili - Menseguez (82. Abuda) - Marlet, Klimowicz

Arminia Bielefeld:  Hain - Korzynietz, Westermann, Borges, Schuler - Vata, Fink, Dammeier, Küntzel (32. Pinto) - Zuma, Boakye (60. Dalovic)

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 13.996

Schiedsrichter: Gagelmann

Gelbe Karten: Thiam, Van der Heyden, Franz, Abuda, Marlet/Borges

Gelb-Rote Karten: -/-

Rote Karten: -/-



<< Zurück