News vom 15.01.03
Schalke: Youngster Mike Hanke im Porträt
Einer wie bestellt


Nein, wir holen keinen Stürmer mehr", musste der Schalker Sportmanager Andreas Müller vor Saisonbeginn immer wieder auf kritische Fragen antworten, "wir haben Sand, Agali, Mpenza - und wir wollen Mike Hanke nicht blockieren. Er soll genügend Spielanteile bekommen." Agali und Mpenza sind jung, beide 24, dieser Mike Hanke aber ist noch fünf Jahre jünger: Im November wurde er 19. Gerade volljährig, hatte er sich zuvor als Torjäger der Schalker Oberligamannschaft für einen Profivertrag empfohlen, der seit Sommer 2002 und bis 2004 gilt. Neun Tore in 16 Einsätzen für diverse Junioren-Nationalteams taugen auch als Empfehlung, nicht zuletzt dank ihm wurde die deutsche U19 im Sommer 2002 Vize-Europameister.

Da hatte Hanke, 1,83 Meter groß und 75 Kilo schwer, sein Bundesligadebüt bereits gefeiert. Für zwölf Minuten schickte ihn Huub Stevens im letzten Spiel der vergangenen Saison beim 1:2 gegen Wolfsburg aufs Feld. Unter dem neuen Trainer Frank Neubarth durfte Hanke öfter ran: Sieben Einwechslungen in der Hinrunde, der kopfballstarke Hanke bereitete wichtige Tore vor und traf in seinem ersten UEFA-Cup-Spiel gleich zwei Mal beim 4:0 gegen Gomel. Kurzzeitig hatte Neubarth das Talent zu mehr Engagement aufrufen müssen - doch Hanke verstand und beharkte sich zuletzt im Spiel beim FC Bayern derart mit Robert Kovac und Thomas Linke, dass die Fetzen nur so flogen. "Ich habe viel gelernt", sagt Hanke, "kein Wunder, wenn man mit Topstürmern wie Sand, Mpenza oder Agali trainiert." Er ist auf dem Weg, einer zu werden.

Jean-Julien Beer

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