News vom 04.10.02
UEFA-Cup - Schalke: Wilmots denkt an Wechsel
Hankes Dank an Trainer Neubarth


Mike Hanke lief und lief. Raus aus dem Strafraum, in dem seine Kollegen noch jubelnd standen, quer übers Feld, hin zur Trainerbank, und sprang Frank Neubarth um den Hals. "Danke!" brüllte der 18-Jährige dem Trainer nach seinem satten Rechtsschuss zum 2:0 ins Ohr.

"Ich habe mich für das Vertrauen bedankt", erklärte der Nachwuchs-Stürmer des FC Schalke 04 später nach seinem ersten Einsatz von Beginn an, "es war ein unglaubliches Gefühl, in der Arena ein Tor zu schießen. Und dass mir sogar noch in zweiter Treffer gelang, macht es nur noch schöner."

Neubarth gab den Dank gerne zurück: "Solche Erfolgserlebnisse sind wichtig für junge Spieler. Mike Hanke wird seinen Weg machen." 4:0 gegen den FK Gomel, eine souveräne Vorstellung wie schon beim 4:1 im Hinspiel - dabei ließ der Trainer dieses Mal kräftig rotieren, weil Schalke schon am Samstag zu Hause gegen den Hamburger SV antreten muss "und wir wegen der vielen Verletzten die Belastung im Kader verteilen müssen". So begannen Nachwuchskräfte wie Hanke und Routinier Mike Büskens, normalerweise Co-Trainer der Schalker Amateurmannschaft. Trotz solcher Umstellungen und trotz des deutlichen Hinspiel-Ergebnisses feierten 52 441 Zuschauer in der Arena ein Fußballfest.

Eine weitere interessante Geschichte dieses Spiels: Der 33-Jährige Marc Wilmots avancierte zum besten Mann auf dem Platz - dabei ist der Belgier mit seiner Rolle auf Schalke zurzeit alles andere als glücklich. Und genau das teilte er seinem Coach Frank Neubarth dieser Tage mit. Wilmots sieht für sich keine Zukunft in dem 4-4-2-System, das Neubarth als Grundordnung favorisiert. Der Coach sieht Wilmots in erster Linie als Stürmer, die Hochkaräter Sand, Mpenza und Agali haben im Angriff jedoch bessere Karten. "Ich bin nicht aus Bordeaux zurückgekommen, um Stürmer Nummer vier auf Schalke zu sein", sagt Wilmots. So lotete er die Möglichkeit aus, Schalke zu verlassen. Neubarth eröffnete ihm, dass man darüber reden könne - was Wilmots dann auch mit Rudi Assauer tat. Ergebnis: Sollte sich die Situation nicht ändern, will Schalke ihn in der Winterpause ziehen lassen. Denkbar wäre ein Wechsel nach Asien oder eine Rückkehr zu Standard Lüttich. Gegen Gomel richteten es der alte Wilmots und der junge Hanke gemeinsam - die erfolgreiche Vereinigung zweier Generationen.

Derweil kann Tomasz Waldoch von solchen Fußballfesten nur träumen. Statt gegen Gomel wie geplant sein Saisondebüt zu feiern, fiel der Kapitän in einem Spiel der Amateurmannschaft erneut auf sein lädiertes Bein (Haarriss) und geht davon aus, "mindestens vier weitere Wochen" aussetzen zu müssen. Der polnische Nationalspieler hatte sich diese Verletzung im August in Meppen beim Ligapokal-Halbfinale gegen Leverkusen (2:0) zugezogen.

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