Den VW Käfer kannte schon 1960 die ganze Welt. Und Wolfsburgs Stürmer Mike Hanke soll sie auch bald kennen, zumindest die Fussballwelt.
Zweite Saison in Wolfsburg
Der blonde "Vollstrecker" ist derzeit das Aushängeschild des VfL Wolfsburg. Hanke ist schon in seiner zweiten Saison bei den "Wölfen" unter Vertrag, aber der Stürmer läuft erst seit dieser Spielzeit so richtig perfekt vom Band.
Acht Tore stehen jetzt schon auf seinem Konto, genau so viele wie in der gesamten letzten Spielzeit und mehr als bei jedem seiner Teamkollegen. Doch dass er den Turbo eben erst mit Verzögerung eingeschaltet hat, kann der Blonde mit dem charmanten Grinsen absolut plausibel erklären.
Große Umstellung
"Ich habe letzte Saison gesagt, das ich mich erstmal daran gewöhnen muss, dass ich nun jedes Spiel spiele und zur Nationalelf reise. Das war für mich schon neu und anders", sagt Hanke.
"Bei Schalke bin ich nur sporadisch eingewechselt worden, habe phasenweise dann auch nicht gespielt, dann nur trainiert, das ist schon anders. Nun trainiert man, spielt jede Woche, fährt auch noch zur Nationalelf - daran musste ich mich erst gewöhnen", gibt der 23-Jährige offen zu.
Bei Schalke meist auf der Bank
Schon viel früher, nämlich bei seinem Traumverein Schalke, kam die Karriere des Vollblutstürmers richtig in Schwung. Als Nachwuchsspieler neben Größen wie Ailton oder Ebbe Sand beim Topverein eigentlich zum Schattendasein verurteilt, nutzte Hanke jede sich bietende Chance, um zu zeigen, was er drauf hat.
Weil aber neben Ehrgeiz auch eine gehörige Portion Ungeduld in ihm steckt, reichten ihm Kurzeinsätze irgendwann nicht mehr aus, auch nicht beim Lieblingsverein.
"Hier bin ich eine feste Größe"
"Ich habe den Wechsel nicht bereut. Mein Ziel war es eben, Stammspieler zu werden in einem Verein, das habe ich bei Schalke nicht geschafft. Dort hatte ich immer das Gefühl, nur das fünfte Rad am Wagen zu sein. Hier bin ich jetzt eine feste Größe, hier spiele ich immer, darf auch mal ein schlechtes Spiel machen. Das wollte ich halt", erklärt Hanke vor dem Duell mit seinem ehemaligen Arbeitgeber am kommenden Wochenende.
Ein Tor, wie es Hanke einst vom Anstosskreis aus für die "Königsblauen" schoss, hat es seitdem auf Schalke nicht mehr gegeben. Auch sonst hat Mike Hanke seinen Nachfolger bei Schalke, Kevin Kuranyi, in der Nationalelf längst überholt.
Große Ziele
Aber Schalke ist gestern, und heute ist eben Wolfsburg. Nur der Ehrgeiz, die Ungeduld in ihm, die hat sich nicht verändert.
"Ich möchte noch viel erreichen und befinde mich wohl auch auf dem richtigen Weg. Ich möchte Deutscher Meister werden, ich möchte internationale Titel holen, das ist absolut mein Ziel. Wenn man seine Ziele verfolgt und danach lebt, ist das auf jeden Fall absolut realistisch", sagt Hanke.
Weltstar aus Wolfsburg?
Baujahr 1983 und nun so richtig gut eingefahren - der Wolfsburger Stürmer hat es selbst in den Füßen, aus seiner Karriere eine große Karriere zu machen.
Die Voraussetzungen stimmen, was Talent und Ehrgeiz betrifft. Und Wolfsburg passt auch, hier sind schließlich schon "kleinere" zu Weltstars geworden.
Quelle: http://www.bundesliga.de