Hannover. Mike Hanke musste grinsen. „Nein“, sagte der Stürmer, sauer sei er nicht auf Thomas Hitzlsperger. Aber er wäre auch nicht böse gewesen, wenn der Stuttgarter in der 82. Minute nicht ein paar Meter vor ihm gestanden und den Ball aus zwei Metern zum 4:0 für Deutschland über die Linie bugsiert hätte. Bei der Flanke von Lukas Podolski hatte Hanke einschussbereit am zweiten Pfosten gelauert. „Es war einfacher für Podolski, Hitzlsperger anzuspielen. Was soll ich mich da beschweren?“, sagte der Profi von Hannover 96.
Ein Tor für die Nationalelf im heimischen Stadion, das wäre schon etwas Besonderes gewesen für Hanke. Aber auch ohne Treffer hinterließ der Angreifer in den zwanzig Minuten nach seiner Einwechslung in der 73. Minute einen guten Eindruck. „Ich habe gespielt wie immer“, sagte der 24-Jährige: „Ich war motiviert, aber nicht übermotiviert.“
Auf keinen Fall wollte er sich in seinem zwölften Länderspiel die Chance entgehen lassen, noch einmal auf sich aufmerksam zu machen und dem Bundestrainer zu zeigen, dass er bei Bedarf eine Alternative im Sturm sein kann. Einmal, 2005 beim Konföderationenturnier, ging das schief, als er eingewechselt wurde und kurz darauf die Rote Karte sah. So etwas sollte ihm nicht noch einmal passieren. „Ich bin reifer geworden“, meinte Hanke.
Und weil er es im richtigen Moment ein wenig ruhiger angehen lässt und in kniffligen Situationen besonnener ist, konnte er diesen Abend auch richtig genießen. „Wenn man für Deutschland im eigenen Stadion spielt, dann ist das ein geiles Gefühl. Ich war heiß auf das Spiel, aber als ich reingekommen bin, habe ich keine Nervosität gespürt“, sagte Hanke.
Nach seiner ersten Ballberührung mit dem Kopf schaltete er sich ein paar Mal geschickt mit direkten Pässen in die Angriffe ein. Er habe sich gut bewegt und gut gearbeitet, beurteilte Bundestrainer Joachim Löw die Leistung des Hannoveraners. Und wie hat Hanke seine Leistung gesehen? „Das war ganz ordentlich“, sagte der Stürmer, der in der Nachspielzeit noch einmal die Chance auf ein bisschen Ruhm bekam. Roberto Hilbert hatte von rechts geflankt, Hanke den Ball mit der Brust perfekt angenommen. „Ich dachte, dass ich alleine bin. Doch dann kam ein Gegenspieler von der Seite. Ich musste mich beeilen, und mein Schuss war nicht mehr platziert genug.“
Fazit: Hanke hat eine gute Bewerbung für sein EM-Ticket abgegeben. Löw kann im Fall der Fälle auf ihn zählen. Aber tritt der Fall ein?
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