News vom 29.01.10
Hanke wird gegen Nürnberg zum Führungsspieler
96-Trainer Mirko Slomka hat sich vor dem Kellerknaller gegen Nürnberg festgelegt: Er vertraut Mike Hanke als einzige Spitze. Der Stürmer, so Slomka, sei der Einzige, der die Rolle spielen könne.


So schnell kann es in der Fußball-Bundesliga gehen: Mike Hanke steht plötzlich als Hoffnungsträger mitten im Fokus. Und das, obwohl er kaum zwei Wochen zuvor noch als Streichkandidat im Kader der „Roten“ gehandelt wurde. Der neue 96-Trainer Mirko Slomka wird den Stürmer aller Voraussicht nach als alleinige Spitze am Sonnabend im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg aufbieten (Anpfiff: 15.30 Uhr). „Für ihn ist das eine große Chance, sich zu etablieren in dieser Mannschaft. Er ist eigentlich im Augenblick der einzige Spieler, der diese Position, so wie ich sie mir vorstelle, ausfüllen kann“, sagte der Coach am Freitag.

Das wird Balsam für die Seele des gequälten Stürmers gewesen sein. Seit der Winterpause und besonders seit dem Trainerwechsel hat Hanke in den Übungseinheiten und bei den Kurzeinsätzen in den verlorenen Spielen gegen Hertha BSC Berlin sowie Mainz 05 große Anstrengungen unternommen, um sich seinen Platz im Team zurückzuerobern. Hanke rennt.

Längst nicht alles ist dabei geglückt. Gegen Berlin bleib er wirkungslos, gegen Mainz hatte er nur eine gute Kopfballchance – aber er hatte immerhin eine Chance in der Partie, in der die „Roten“ überhaupt nur zweimal gefährlich vor dem Tor der Rheinhessen auftauchten. Auch im Training gab es zwischen auffälligen Aktionen Durchhänger und Patzer. Zuletzt am Freitagmorgen, als auf dem Trainingsplatz bei den Torabschlussübungen der Ball partout nicht ins Netz wollte – nicht nur bei Schüssen von Hanke. Slomka wurde da auf dem Platz deutlich und erklärte hinterher: „An so einem Tag muss man noch mal ein bisschen Kritik ertragen als Stürmer. Aber ich mach mir da keine Sorgen, wir werden unsere Chancen kriegen. Wir dürfen aber unsere Großchancen nicht einfach liegen lassen. Da werde ich fuchsig.“

Hanke wusste, wie das zu nehmen war. Schon am Mittwochabend hatte Slomka den Stürmer in einem Vieraugengespräch auf die Sonderrolle gegen Nürnberg eingeschworen. „Kleine Verbesserungsvorschläge“ vor allem für die Ballsicherung habe er dem Stürmer an die Hand gegeben. „Er muss sein Tor machen. Der Mike weiß, worum es geht. Er weiß, dass ich ihn zu 100 Prozent unterstütze. Aber ich fordere von ihm auch ein, dass er umsetzt, was ich ihm sage.“

 

Das Publikum wird sehr genau drauf gucken, ob es klappt. Schließlich steht das Sturmpersonal der „Roten“ dieser Tage und besonders beim Spiel gegen den „Club“ und dessen aufgerüsteter Defensive (Andreas Ottl, Breno, Mickael Tavares) unter besonderer Beobachtung. Nicht zuletzt, weil Didier Ya Konan lange ausfällt und Hanke ein langes Formtief durchleidet und sich eher mit öffentlichen Unmutsäußerungen („Dicker Hals“) auf sich aufmerksam gemacht hatte und einige Wochen ausfiel, weil er sich prompt die Mandeln aus dem dicken Hals herausnehmen ließ, um endlich eine Knieentzündung loszuwerden.

Heißt es nicht, man treffe sich im Leben immer zweimal? Für Hanke und Dieter Hecking bewahrheitet sich das am Sonnabend in sportlicher Weise. Hanke war Heckings Königstransfer bei dessen Einstand in Hannover. 4,5 Millionen Euro Ablöse an den VfL Wolfsburg – soviel hatte 96 noch nie für einen Spieler bezahlt. Doch nach zwei guten Spielzeiten ließ Hecking seinen Topstürmer immer häufiger links liegen. Hanke und Hecking nahmen sich die Enttäuschung gegenseitig übel. Das Verhältnis der beiden wurde schließlich auf frostige Professionalität heruntergekühlt. Jetzt sieht der Stürmer die Chance für die sportlich Revanche. Mirko Slomka war zwar vor der Presse unwohl, auf diese Fußballerfloskel zurückzugreifen, aber er ließ sie dann doch raus: „Hanke brennt!“

 

 

http://www.haz.de/Nachrichten/Sport/Fussball/Hannover-96/Hanke-wird-gegen-Nuernberg-zum-Fuehrungsspieler

 



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